• * sagte Jean-Luc Godard in seinem Aufsatz “Montage, meine schöne Sorge”**/(Montage mon beau souci) von 1956:
    “(…)Wenn Inszenieren ein Blick ist, dann ist Schneiden ein Herzschlag.
    Voraussicht gehört zu beiden, aber was jenes im Raum vorauszusehen
    versucht, sucht dieses in der Zeit. Nehmen wir einmal an, Sie sähen
    auf der Straße ein Mädchen, das Ihnen gefällt. Sie zögern, ihr nachzu-
    gehen. Eine Viertelsekunde. Wie dieses Zögern wiedergeben? Auf die
    Frage: «Wie spreche ich sie an?», antwortet die Inszenierung. Um die
    andere Frage zu verdeutlichen: «Werde ich sie lieben?», kann man nicht
    umhin, der Viertelsekunde Wichtigkeit beizumessen, während der bei-
    de auftauchen. Es mag also sein, daß es nicht mehr der Inszenierung
    im engeren Sinn zukommt, mit ebensogroßer Genauigkeit wie Evi-
    denz die Dauer einer Idee auszudrücken, sondern daß diese Aufga-
    be dem Schnitt zukommt.(…)”
  • ** Frieda Grafe  übersetzte 1971 noch: “Schnitt, meine schöne Sorge” ; hier der gesamte Aufsatz –
    (Zum Unterschied zwischen “Schnitt” und Montage: Siehe Bettina Böhler im –> Artikel von K. Nicodemus)
  • Artikel über die Arbeit von Bettina Böhler bei Christian Petzolds “Transit”,  Zeit Online vom 4.4.2018